Schachverband
Wie in fast jeder weltweit ausgeübten Sportart existiert ein übergreifender Spielverband, der sich für die Festsetzung der Spiel- und Turnierregeln verantwortlich zeichnet sowie die offiziellen Weltmeisterschaften durchführt und den Titel verleiht. Beim Schachsport ist dies die als FIDE abgekürzte Fédération Internationale des Échecs mit Sitz in Athen. Sie erteilt seit 1948 den Weltmeistertitel. Aufgrund einiger Zwistigkeiten kam es aber 1993 zu einer dreizehn Jahre anhaltenden Spaltung und der Durchführung einer zweiten Weltmeisterschaft vom Gegenverband. Der Verband ist darüber hinaus ebenso für die Klassifizierung der einzelnen Spieler zuständig. Dies geschieht über die Ernennung von gewissen Graden, welche in der Regel für die ganze Lebenszeit gelten und reichen von Candidate Master bis zum Grossmeister. Die Einstufung erfolgt dabei über das Zahlensystem von Arpad Elo. Dieses beruht auf verschiedenen statistischen Methoden, die mit Teilen der Probabilitätstheorie verknüpft wird. Doch gewisse Verbände wie etwa in Deutschland besitzen ihr eigenes Bewertungssystem.
Computerschach
Von der Entwicklung von Computern blieb auch der Schachsport nicht unbeeinflusst. Mit zunehmender Rechenleistung wurde insbesondere ein Vergleich zwischen den führenden menschlichen Spielern und spezialisierten Rechenprogrammen auf Supercomputern interessant. Doch auch für Hobbyspieler gehören Schachspiele für den Computer zu den beliebten Möglichkeiten menschliche Gegner in der jeweiligen Spielstärke zu ersetzen. Zu Beginn erhoffte sich die Forschung auch neue Erkenntnisse über die Funktion von Gedankenprozessen im menschlichen Gehirn. Diese ambitionierten Ziele mussten aber nach kurzer Zeit für nicht erfüllbar erklärt werden, weshalb die Entwicklung von Schachprogrammen vor allem zur Unterhaltung bzw. zur besseren Analyse von Schachpartien vorangetrieben wurde. Generell unterscheiden sich menschliche und Computerspieler in ihrem Verhalten erheblich. So erkennen insbesondere Computerprogramme jeden Fehler in der kurzfristig orientierten Taktik, besitzen aber gewisse Mankos in der Entwicklung von langfristig ausgerichteten Spielstrategien. Doch insbesondere im letzten Jahrzehnt gelang es spezialisierten Schachprogrammen einige der stärksten Weltmeister zu schlagen.